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Archiv für die Kategorie ‘Drehbuchseiten’

Sorry seems to be the hardest word.. *sing*

Montag, 27. Oktober 2008

es ist Zeit, etwas zu tun, was ich schon lange voher hätte tun sollen.

Es mag für viele von euch ein Schock sein, aber auch ich bin nicht perfekt. Auch ich habe Fehler gemacht, und nun, Umgeben von Pampa und Langeweile, bin ich bereit, diese Fehler zuzugeben, und mich sogar dafür zu entschuldigen. Und heute fange ich an bei…. Nici.

Nici, es tut mir leid, dass ich dich damals ausgelacht habe, als du in Sylt gegen den kleinen Pfosten gelaufen bist, weil du mit mir geredet hast und abgelenkt warst. Sicher war es kein schöner Moment, als der ganze Schwarm Schüler durch dich aufgehalten wurde, Herr Kutzer dich auslachte, und dir bewusst wurde, dass nur du klein genug warst, um gegen den Pfosten zu laufen.

Es tut mir auch leid, dass ich dir damals die Tür gegen den Kopf gehauen hab, du weisst schon, damals, im Bad. Ich dachte, du würdest dich verstecken um mich zu erschrecken, dabei hast du nur meine Katze gestreichelt. ich habe die Tür mit einem “HA!” aufgerissen, und es hat genau dich getroffen.

Ausserdem muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich dich damals von meinem Tisch getackelt habe. Ehrlich, ich wollte dich nur anschubsen, und nicht vom Tisch auf den Stuhl und vom Stuhl auf den Boden hauen!

Schrecklich leid tut es mir auch, dass ich dich damals so ausgelacht habe, als wir auf dem Spielplatz vor Kathis und Lauras Haus saßen, und du von den zylinderförmigen, vllt. 30cm hohen Steinen gefallen bist. Glaub mir, erst war ich geschockt, denn das sah sooo übel aus, wie du auf den größeren Stein springen wolltest und dann auf der Kante abgerutscht bist, und wie ein Brett auf die anderen Steine gefallen bist! Ich wollte dich doch sogar noch fragen, ob alles okay sei, aber dann ist das Lachen einfach so aus mir heraus- geplatzt (”Nici!! Bist du okahahahahahaha…”). Weisst du, es sah einfach so geil aus, wie ich ein ernstes Gespräch mit Kathi führe, und du im Hintergrund durch die Gegend kullerst….

und es tut mir leid, dass ich mich jetzt schon wieder totlache, und der unbekannte DRKler an dem anderen PC hinter mir ständig versucht, das hier zu lesen, um zu wissen, weswegen ich lache.

Schon immer entschuldigen wollte ich mich für den Augenblick, in dem ich dir “Hey Nici!!” rufend auf die Schulter gehauen habe, keine 20 Sekunden, nachdem du mir erzählt hattest, dass du tierischen Sonnenbrand auf den Schultern hättest.

Und für alle anderen Male, als ich mich auf deine Kosten totgelacht habe (”can I become a spaghetti bolognese, please?”), und die mir jetzt nicht einfallen. Keine Angst, ich werde sie noch aufzählen, wenn sie mir wieder kommen.

…Laura C…

Laura, ehrlich, es tut mir leid dass es mir immer noch nicht Leid tut, dass ich dir damals im Matheunterricht den Stuhl unterm Arsch weggezogen habe. Weisst du, es war so verlockend, wie ich so lang hinter dir stand, Herr Graf mich verwundert anstarrte, und ich nichts besseres zu tun hatte. Komm schon, du fandest es doch auch lustig, oder?… oder????

Ich habe ausserdem noch Schuldgefühle, weil ich dir so an die hundert Mal meinen Jackenärmel beim Anziehen mit der Reissverschlussstelle ins Gesicht gefetzt habe. Das war keine Absicht, sowas kann ich nicht steuern!

Damals, als du in Hundescheisse gehüpft bist, hätte ich nicht lachen dürfen. Bestimmt hast du dich in diesem Moment sehr verletzt gefühlt und hättest Beistand und Hilfe gebraucht.

Es war auch nicht in Ordnung, dass ich dir damals ein Bein gestellt habe, als du rückwärts gelaufen bist. Da, wo wir aus der Schule raus sind. Aber ich schwöre, ich hatte einkalkuliert, dass dich dein Rucksack abfangen würde!

..Kathi…

ich habe dir einmal im Schulsport, als wir noch keine Freunde waren, aus Versehen ein blaues Auge gehauen. Wir haben Basketball gespielt, und du warst hinter mir, als ich zum Wurf ausgeholt habe. Entschuldige bitte. Dass du am nächsten Tag Geburtstag hattest, konnte ich doch wirklich nicht wissen!!

ich würde gerne so weiter machen, aber ich schüttle mich hier vor lachen, also entschuldigung. wirklich, ich entschuldige mich bei allen, dass ich jetzt aufhören werde, aber ich verspreche, weiterzumachen!

Bis dahin schreibt mir auch ja schöne Kommentare und lange Emails, damit ich in diesem Kuhkaff namens Pfalzgrafenweiler wenigstens irgendwas zu tun habe!! BIIIITTE!!!!!! *zitter*

Eure furchtbar reumütige Domi

Ein bisschen Spass muss sein…

Montag, 13. Oktober 2008

Howdie hey!

heute ist der letzte Montagmorgen gewesen, an dem ich in dieses blöde Krankenhaus laufen musste. Der letzte Montag, an dem ich die übelgelaunten Gesichter und genervten Befehle vom Krankenhauspersonal aushalten musste. Ich stand im Bus, als ich mir diesen Gedanken auf dem Großhirn zergehen liess. Trotz der vielen hyperaktiven Grundschüler und pubertären Gymnasiasten ging es mir in diesem Moment einfach brilliant. Kaum kam ich im ersten Stock des Herrenberger Krankenhauses an, kam mir Schwester A. entgegen.

Schwester A. war eine der Pflegerinnen auf der Intensivstation. Die zwei Wochen darauf waren einfach die Hölle. Nicht immer war A. daran Schuld, im Gegenteil. Sie bescherte mir sogar eine wundervolle zweite Woche, indem sie Anrief und mit einer Giesskannenstimme “Ich bin krank” in den Hörer rotzte, und mir somit immer ein Bild ins Hirn projizierte, welches mich die üblen Stunden überstehen liess: Egal was auch kommt, es gibt doch noch Gerechtigkeit.

Wie auch immer, an diesem Morgen katapultierte ihre Gesichtsbaracke mich wieder runter ins Erdgeschoss. Mist. Hinter ihr lief aber Pfleger A., der bisher der einzige Angestellte des Krankenhauses war, der mich fragte, wie es mir denn so erging. Genauso dieses mal: Domi: “Hallihallo”; Pflegerin A: “….”; Pfleger A.: “Domi, hey!! Wie gehts dir!”

Da wurde mir klar, wie wichtig sowas ist. Das klingt jetzt absolut kitschig, aber denkt mal wirklich darüber nach: wenn man jemanden trifft, der freundlich zu einem ist, dann hilft einem das durch den ganzen Tag! Also ich persönlich brauche ab und an diese Bestätigung: Ja, es gibt noch nette Menschen auf der Welt! Leute, die einfach um der Sache Wille nett sind, ohne etwas für sich selbst herauszuschlagen. Um genau die soll es in der Kategorie “Nebenrollen und Statisten” gehen! :)

(ich hab grad aus Versehen meine Plastikwasserflasche auf dem Kopf meiner Katze abgestellt?! Oo was macht das Viech denn auch da unten??)

so, also. fangen wir an.

Meinen bisherigen Lieblingsstatisten habe ich gerade mal 2 Minuten gesehen, danach -leider!- nie wieder. Er war ein Postbote, und kennen wir die nicht alle? Meistens gestresst und genervt, bringen kaum ein “Hallo” raus, bevor sie dir gleichzeitig das Päckchen und das Gerät zum Unterschreiben in die Hände drücken. Sorry Made, sorry Beko, aber so ist es doch meistens.

Nun, bei dem Herrn Amazonas war das anders*. Es klingelte an der Tür, und ich ging ran.

Herr Amazonas hielt das Päckchen hoch und rief “Post ist da!”

Ich meinte daraufhin lächelnd: “Cool, dankeschön!”´, griff nach dem Karton, aber verfehlte: Herr Amazonas schwenkte ihn blitzschnell ausserhalb meiner Reichweite und schaute mich entrüstet an. “Wie, das wars schon?”

Verwirrt wusste ich erst nicht, was er nun von mir wollte, und wahrscheinlich konnte man das meinem Gesichtsausdruck nach nachvollziehen. Herr Amazonas zog eine Schnute und meinte “also wenn sie sich nicht freuen, dann kann ichs auch wieder mitnehmen.”

Ich verstand und lachte. “was erwarten sie denn?” - “Na, etwas mehr Freude!” - “Quietschen und Kreischen?” -”ja genau, dann wissen sies jetzt für das nächste Mal..”, aber ich wusste etwas besseres: “sollen wirs nochmal machen?”. Herr Amazonas war begeistert.

Ich schlug die Tür also wieder zu und rannte zurück in die Küche. 10 Sekunden später schrillte die Türglocke wieder, ich wartete selbst nochmal 20 Sekunden, bevor ich zur Tür rannte, sie aufriss und laut und tussig “OH MEIN GOTT!!!”, kreischte. Herr Amazonas zauberte das Päckchen mit breitem Grinsen und fröhlichen “Tadaa!!” hinter seinem Rücken hervor, ich schlug mir die Hände über den Mund und rief “na endlich!!”.

Derweil war meine Mom vom wiederholten Klingeln und meiner Präsenz alamiert worden und beobachtete das ganze Spektakel von der Treppe aus. Als ich Herrn Amazonas um den Hals fiel und er galant ein weisses Taschentuch hervorzauberte, mischte sie sich mit einem “ist sie jetzt völlig durchgeknallt?!” ein.

Lachend lösten wir uns voneinander, ich mit meinem Päckchen, er mit seinem Taschentuch und drehten uns zu ihr um. “Der nächste Schritt wären Küsschen, aber so weit sind wir noch nicht.”, antwortete Herr Amazonas schneller als ich, und dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder lachend und winkend von einander. Das Ganze hatte vielleicht 2 Minuten, höchstens, gedauert.

Der Tag war danach einfach gerettet- sowas hebt die Stimmung eben zum Höhepunkt. Es ist doch schön zu wissen, dass man Spass mit Wildfremden haben kann, und man muss nicht mehr tun als miteinander zu reden und Emotion zu zeigen. So wenig reicht schon, um zwei Menschen den Alltag zu verschönen- ist das nicht super??

Also Leute, die Moral von der Geschicht ist: Freundlichkeit und Herzlichkeit machen sich bezahlt. Vielleicht nicht mit Geld, aber mit Spass, und man kann danach tolle Storys erzählen!! :)

und nun geht hinaus in die Welt und verbreitet Freude, meine Jünger…

——————-

* nein, ich weiss nicht, wie er hiess. Aber ich habe bei einem bestimmten Internetportal ein Päckchen bestellt, und danach hab ich ihn benannt. Ich wollte aber keine Schleichwerbung machen, darum heisst er Herr Amazonas.

Krankenhäuser schaden der Gesundheit. Echt jetzt.

Dienstag, 07. Oktober 2008

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier nichts über meine Rettungssanitäter- Ausbildung für mein FSJ zu schreiben. Nach den geilsten 3 Wochen auf dem Rettungswagen mit Blaulicht und Lalülala kam der große Absturz: 4 Wochen Krankenhauspraktikum. Davon 2 auf der Intensiv und 2 im OP, mit Schwerpunkt auf der Anästhesie. ich wollte nichts darüber schreiben, weil mich jetzt schon ankotzt, dass mein Leben sich nur noch um das Gesungsheitswesen dreht: morgens aufstehen, 1 1/2 h ins Krankenhaus fahren, 8 h und 30 Minuten darin verbringen, wieder heimfahren, und zuhause am PC Berichte über Herzarrhythmien und gynäkoligische Notfälle schreiben. ARRRRGH! Nicht mal Nachts hat man seine Ruhe- seit mind. 1 Monat habe ich in jedem Traum mein Dienstoutfit an.

Also, dachte ich, schreibst du wenigstens in deinem Blog mal von was anderem. Denkfehler: es passiert aber nichts anderes!

Bis gestern.

Gestern is was passiert. Auch wenn es im OP Saal war und mit Gesundheit zu tun hat, egal. Mir ist mal wieder die Frage gekommen: WARUM KANN BEI MIR EIGENTLICH NICHTS NORMAL ABLAUFEN????

Gestern war mein erster Tag im OP- Bereich. Kaum dass ich angekommen war, wurde ich schon in meine Dienstkleidung geschleust und in den OP geschoben. Dort sollte einem Patient der Daumen aufgeschnitten werden …. laaaaaaangweilig!

Ich meine, hallo??? Es wäre so einfach:

1. Weib im OP.

2. Weib sieht den ersten Schnitt.

3. Weib kippt um.

Das ist DAS Klischee schlechthin, und ich hab Schritt 2 verpasst! Ich kann im Leben auch nichts Normales machen.

Da steh ich ganze 5 MInuten im OP, und auf einmal krieg ich solche Unterleinsschmerzen, dass mein Kreislauf sich “Nöö, mag nich mehr” denkt und schlapp macht. Hätte mich eine OP Schwester nicht rechtzeitig aus dem Saal geschoben, hätt ich bestimmt eine nette Beule von den Fliessen behalten. Aber nein, so bin ich nur vor dem OP umgekippt, habe DEN Ärzteseriensatz überhaupt gehört (”sie ist ganz kaltschweissig, und Blutdruck hat sie auch fast keinen mehr.”), und weiss endlich was die Leute meinen, wenn sie sagen dass ihnen schwarz vor Augen wird. Ohne scheiss, das war furchtbar! oO Mir ist sowas noch nie passiert, weder aus Schmerzen noch aus Angst noch aus sonst was. Es ist widerlich, seinen Körper einfach nicht mehr unter Kontrolle zu haben, und die Reize, die auf einen einströmen, nicht mehr deuten zu können (ich bin z.B. ganz wie im Kino die Wand im WC runtergeglitten, aber ich hab erst später gecheckt, dass die Kälte am Rücken die Fliessen waren!!)..! Und wusstet ihr, dass einem dann alles in den Ohren rauscht, aber die Geräusche von aussen trotzdem lauter sind als normal?!

ARGH. In den nächsten 5 Minuten war ich wieder topfit. Wie peinlich.

Den Ruf hab ich weg. Domi kippt im OP um, nach 5 Minuten. Dass ich den Schnitt nicht einmal gesehen hab, glaubt mir natürlich niemand. Egal.

Dafür haben bestimmt viele von den Schwestern Geld verloren, als sie um 15 Uhr gegen mich gewettet haben. Da war eine OP, weil ein Mann einen Illeus - einen Darmverschluss - hatte. Ich guck also nichts ahnend zu, die Schwester winkt mich noch ans andere Ende des OPs, damit ich auch ja viel sehe, und auf einmal versenkt der Chuirurg seine Hände bis zu den Knöcheln im Bauch des Patienten, zieht den gesamten Dünndarm raus und klatscht ihn auf den Bauch des Patienten.

Coooooooool.

Sieht voll aus wie im Fernsehen. Und Fett, das is vielleicht eklig. Sonnenblumen gelb und körnig, und wenn man dran zupft, dann zerbröselts.

Bäh.

Ich gefragt, aber ich durfte es nicht anfassen. mist.

Morgens, 5 Uhr in Deutschland

Montag, 08. September 2008

Domi: Paul, sollen wir den Eiern im Kühlschrank Gesichter malen?

Paul: … okay!

Ich würde sagen, Paul hat seine Feuerprobe mit ner Eins mit Sternchen bestanden! ;)

“It’s time for the White Wall! The fucking White Wall!!”

Freitag, 05. September 2008

, schrie Björn Dixgard, Sänger der coolsten Band der Welt- Mando Diao- ins Mikro, und los gings mit White Wall! *

Nicht nur darum mag ich weisse Wände. Immerhin konnte ich mir schon immer eine Zukunft in einem Raum mit (gepolsterten) weissen Wänden vorstellen… seit ungefähr Februar 2008 bin ich allerdings ein bisschen vorsichtiger mit diesen Wünschen- sie können nur allzu leicht in Erfüllung gehen!!

Meine Tolpatschigkeit erschwang sich an diesem Abend in ungeahnte Höhen, von allen bescheuerten Geschichten die ich bei Treffen und Partys zum Besten geben kann, ist sie mit Abstand die unterhaltsamste.

Also, ich fange an.

Es war ein kalter, grauer Februarabend. Die Blätter und Gräser draussen vor meinem Fenster waren noch feucht vom Nieselregen, der kurz zuvor gefallen war, und die Sonne verschwand viel zu schnell hinter dem Horizont, einen grauen, schmutzigen Streifen auf die Wolken zaubernd. In alledem muss das warme Licht, dass aus meinem Zimmer kam, ausgesehen haben, wie das einsame Licht eines Leuchtturms, der im tiefsten Sturm tapfer seiner Arbeit nachgeht. In dem Moment trat SIE ein. Sie war die schönste Frau, die ich bis dato hier gesehen hatte, und ich konnte an der Art, wie sie beim Laufen beunruhigt nach hinten blickte erkennen, dass sie nicht von hier stammte, nicht von Londons dreckigen Piers. Ich liess die Zeitung sinken und zog mir die Mütze tiefer ins Gesicht. “Sie müssen mir helfen!”, flehte sie, und— ähm, Moment. falsche Geschichte. Sorry.

Also nochmal. Es war wirklich ein kalter, grauer Februar Abend, es hat wirklich zuvor geregnet, und mein Zimmer war wirklich warm und hell… zu warm. Irgendwie heizt sich mein Zimmer viel zu schnell auf. Muss wohl an mir liegen. Naja.

Ich war gerade dabei, ein Bild von JARED LETO zu zeichnen (okay, das erklärt die Hitze! *Luftzufächel*), und beschloss ohne weiteres Nachdenken, ein Fenster auf zu machen. Nun hatte ich da die längste Zeit eine, wie ich glaubte, idiotensichere Technik, um das Fenster offen zu halten: Eine Reserverasierschaumdose zwischen die Fensterangel klemmen.

Diese Rasierschaumflasche habe ich mir mal gekauft, um für den Notfall vorbereitet zu sein: was gibt es blöderes, als sich die Beine rasieren zu müssen, und kein Schaum ist da?! Damit aber weder mein Bruderherz noch mein Vater den Schaum benutzten, stellte ich ihn bei mir ins Zimmer. Irgendwie hab ich ihn nie gebraucht, und daher als Fensteroffenhalter zweckentfremdet. Ein sicheres System. Idiotensicher.

Aber man muss immer mit dem Chaos-Faktor rechnen, und Chaos ist bekanntlich mein dritter Vorname!

Ich öffnete also mein Fenster, Rasierschaumdose rein, und zeichnete weiter. Irgendwann war es dann trotz unmittelbarer Nähe Jared Letos kalt, schweren Herzens löste ich mich von meinem Werk und machte das Fenster zu. Mit einem gutgemeinten, beherzten Schlag gegen den Fensterrahmen, der diesen auch wieder wie geplant zurückschlug.

Im selben Moment dachte ich mir noch “Moment, das war blöd.”, und dann machte es auch schon ffft!.

Ja, ffft. Nicht Boum oder Bang oder gar NJOOUUNG, einfach nur ffft. Ein Geräusch, so einfach und schrecklich wie… wie ffft eben.

Dann war alles weiss.

Klingt wie eine kitschige Soap- Nahtoderfahrung, war aber keine. ich entdeckte kein Licht am Ende eines Tunnels, es war einfach nur alles sehr weiss.

Hmm. Idee.

Ich nahm die Brille ab.. voll von weissem Zeugs. Hä?

Ich wollte nach meinem Shirt greifen, um das Zeugs abzuwischen, aber das Tshirt.. weiss.

Meine Hände…. weiss.

Meine Hosen… weiss. Der Blick wandert weiter:

Teppich: weiss.

Wände: weiss.

Fensterscheibe: weiss.

Pflanzen: weiss.

Rasierschaumdose: weg.

Kommode: wei— Halt stopp. was war das?? Rasierschaumdose: weg????

Ich stürzte zum Fenster, gucke auf die -völlig weisse!!- Pergula… keine Rasierschaumdose in Sicht..

oh shit.

Der Druck, den ich ungewollt auf der Dose habe lasten lassen, muss so stark gewesen sein, dass die Dose zersprang, und ffft!, der ganze Schaum seine Chance nutzte. der Unterdruck der Dose wurde auf einmal befreit, und tja.. der Schaum blieb, die Dose war weg. Schon allein die Vorstellung, wie diese Dose mit voller Karacho durch die Gegen fliegt… womöglich noch jemandem gegen das Hirn… shit!!

Jetzt versetzt euch mal in meine Situation: ihr habt euch gerade selbst und euer halbes Zimmer dazu in eine 7 cm dicke Schicht Rasierschaum eingesprüht, ohne die Dose auch nur berührt zu haben.. von der übrigens nichts mehr zu sehen ist…. was würdet ihr in diesem Moment tun??

genau!! Kathi anrufen!

Wenn ich nicht weiss was ich machen soll, frag ich Kathi. Also drehte ich mich zum Telephon um, entdeckte gleichzeitig, dass mein Jared-Bild absolut unversehrt geblieben war (ich habe den Rasierschaum mit meinem Körper abgefangen. Ist das nicht romantisch??), und griff zum Telephon. Schmierte grob das ganze Weiss ab (nicht leicht, wenn man selbst voll davon ist!), und wählte Kathis Nummer… währenddessen kam mir.. “shit, das glaubt die mir NIE.”

Wer würde einem sowas auch glauben??? “Hi, ich hab mein Zimmer in Rasierschaum getunkt, was soll ich jetzt machen??”…. ganz klar!! —>MAMA!!

Also flux aus dem knöcheltiefen Schaum nach unten zum Haustelephon gehuscht… Nach Telephonnummer der Praxis gesucht, in der meine Mom arbeitet, und angerufen…

“Ja hallo, Caina?”

“Ja hier auch. Ähm, Mom? Ich muss dir jetzt ein paar Fragen stellen, aber lass dich nicht von deiner Arbeit abhalten..!” (meine Mom ist Physiotherapeutin, sollte also konzentriert sein^^)

“ähm, okay?”

“Wie würdest du… Rasierschaum von… sagen wir mal… einem Teppich wegmachen?”

“des Gröbste wegschaffen und dann saugen, wieso?”

“und… von den Wänden?”

“einfach wegwischen, warum denn?”

“und von Pflanzen??”

“auch wegwischen, was ist denn passiert???”

… und da brach es durch. Unter Lachtränen erklärte ich meiner Mom mein neustes Werk, und unter Lachtränen legte sie auf.

Ich sofort zurück hoch, mit allen möglichen Hilfsmittel den Schaum vom Boden abtragen.. und glaubt, mir, dass ist echt viel!!! Seid ihr schon mal mit zwei Handvoll Rasierschaum im Bad vor dem vollen Waschbecken gestanden und habt euch gefragt, wohin mit dem ganzen Zeugs? ich schon! (in die Badewanne natürlich!)

Whrend dem Teppichschaumabtragen herrschten die tollsten Gedanken in meinem Kopf: Sollte ich nicht eher mit einem Rasierer drüber gehen? Oder bei der Firma anrufen?? “Hallo, ich habe ein Problem mit einem ihrer Produkte..mein Teppich ist voll davon.. nein, wirklich voll…”.. auf der Dose musste doch sicher eine Nummer stehen… das brachte mich zum nächsten Punkt: wo war diese verdammte Dose??? Das Bild von einem armen Passanten, der nichts ahnend von einer tollwütigen Rasierschaumdose niedergeschlagen wurde, wollte mir nicht aus dem Kopf. Ich lehnte mich also wieder aus dem Fenster… immernoch weiss von Kopf bis Fuß, wohlgemerkt, und starrte erneut auf die schneeweisse Pergula. Bemerkte dabei, dass die Hauswand um mein Fenster herum auch noch weiss war… und entdeckte im Augenwinkel ein herzallerliebstes ältliches Paar, dass auf der Strasse mir gegenüber stand und glotze. So richtig. ich glotzte zurück.

“Alles okay bei Ihnen???”, fragte mich die Oma entsetzt.

“Jaja, ich backe!”, rief ich automatisch zurück, und wunderte mich selbst erst darüber, als das Paar schleunigste weitereilte.

Zurück an die Arbeit. Putzen, Wischen, Saugen, Duschen, stundenlang, und mit diesem wunderbaren frischen Duft von Rasierschaum in der Nase (wortwörtlich). Ein Glück dass ich allein zuhaus war.

Stunden später kam mein Bruder nach hause und fand mich grummelig im Bad vor, wie ich entnervt meine ganzenm Bilderrahmen u.ä. abwusch.. sagen wir so, er hatte seinen Spass.

Mein Dad auch, und meine Mom ebenfalls.

Übrigens, meine Mom musste natürlich ihren Kollegen erklären, warum sie so lachte. Was logischerweise auch deren Patienten mitbekamen. Unter anderen… mein Grundschulschwarm aus der dritten Klasse.

Der mich am nächsten Morgen mit einem breiten, unheimlich belustigtem “Na, hasch dein Zimmer noch sauber gekriegt?” begrüßte.

Danke Mama, danke.

——————

* http://www.youtube.com/watch?v=nuxjgu7HjUs

Das große Unsichtbare

Donnerstag, 17. Juli 2008

Wie schon angekündigt, die Drehbuchseiten gehen weiter. Nächstes Kapitel, und wieder wird es schmerzhaft.

Eine wichtige Entwicklung hat mich auf eine höhere Ebene des Kopfanschlagens gebracht: ich habe mich von der Horizontalen in die Vertikale gesteigtert!! (das liest sich klasse, was?! XD)

Nicht, dass meine Tolpatschigkeit eingeschränkt wurde, das nicht, aber ich paarte sie mit mehr Balancegefühl; das heisst, dass ich nicht mehr jedesmal, wenn ich die Treppen hochstolperte oder mir selbst im Weg war, auch auf den Boden gefallen bin. Wir erinnern uns: 1. Alle Dinge fallen nach unten; 2. Materie ist hart. Kenne deine Feinde. Ich kenne sie sehr sehr gut.

Wen ich auch kenne, aber nicht ERkenne, ist das große Unsichtbare, im Volksmund “Glas” genannt.

Ich renne sehr gerne, sehr oft dagegen, aber ich habe immerhin die Ausrede, dass das vererbbar ist. Beispiel? Beispiel!

Eines Tages laufe ich an meiner Mom vorbei…. irgendwas is anders. “Mom, hast du schon immer einen großen roten Strich auf der Stirn gehabt?” Nein, hatte sie nicht, sie ist mit Wucht gegen eine Glastür gelaufen, und hat sich eine schöne Platzwunde zugezogen. Aha. typisch. Eine Woche später seh ich meinen Bruder mal wieder… Hey, die Wunde hatte doch Mom neulich… “is das jetzt Trend??” - Nein, er is gegen eine Glastür gelaufen, und hat sich an genau der selben Stelle eine… ja, ihr dürft raten!.. schöne Platzwunde geholt!!

Ich kann meine Zukunft sehen, und ich sehe Schwarz.

anderes Beispiel.

Als ich 14 Jahre alt war, haben meine Großeltern mir einen Urlaub geschenkt. Für 2 Leute, 2 Wochen lang. Also hab ich mir meine Mama geschnappt, und ab gings in die Dominikanische Republik! Sonne, Strand und Palmen!!!

Und Glastüren.

Klar, unser Hotelzimmer hatte einen Balkon. Die Balkontür war noch mit einem Fliegengitter ausstaffiert, damit diese Mörderviecher nicht reinkommen.

Einmal, Nachmittags, lag ich auf meinem Bett und habe Diskman gehört (ja, damals gabs diesen neumodischen Kram von wegen MP3 Player noch nicht!), sehr, sehr laut. Im Augenwinkel sah ich, wie meine Mom sich an meinem Bett vorbei den Weg zum Balkon schlängelt, eine Kippe im Mund. Und auf einmal macht es laut BAAAAAANG!!!!

Lauter, als Chester Bennington “SHUT UP” brüllen kann, das muss man sich mal vorstellen.

Überzeugt die Welt geht unter spring ich also auf, und was is? Meine Mom sitzt auf dem Boden, guckt mich absolut verstört an (orginal “oO”) und hält sich die Nase.

Die Tür war zu. Meine Mom hat das nicht gesehen, weil das braune Fliegengitter weggeklappt war, und hat sich in Sicherheit gewägt. Man ist vor Glas nimals sicher.

Die Nase meiner Mom blutete ordentlich, allerdings nicht Nasenbluten, sonden Miniplatzwundenbluten am Nasenrücken, und die Glastür hatte einen richtigen Fettfleck. F-E-T-T-FLECK!!!

Ich fand das natürlich äusserst amüsant, und Mommie bald darauf auch.

Rache ist süß, wird aber nicht kalt serviert, das ist ein Mythos.

Am selben Abend gab es im Hotel ein Grillbüfet. Selbstverständlich draussen, auf der Terasse, und innen waren die Tische und so. Die Aussenwände des Speisesaals bestanden aus GLAS, große Glasscheiben, von denen einige sich als Tür entpuppten. Auf jeder einzelnen klebte so ein schwarzer Aufkleber mit dem sehr auffälligem Emblem des Hotels, damit keine Vögel dagegen fliegen.

Nun, ich war also draussen, bediente mich am Büfet und freute mich über den letzten Wackelpudding (ungegrillt), den ich abbekommen hatte. Gemütlich schlenderte ich zurück gen Speisehalle, und Sie ahnen es schon…. auf einmal machte es BOUM.

Nicht so dramatisch wie bei meiner Mom, ich blutete nicht, aber auch diese Scheibe zierte ein WIRKLICH großer Fleck, nachdem mein Teller trickfilmlike an ihr herunter gerutscht war.

Man muss sich diese Situation genau vorstellen: Ich stehe vor dieser Scheibe, mein Gesichtsausdruck ehrliche, aufrichtige Verwunderung, meine Hand immernoch angewinkelt, weil sie einmal einen Teller voll mit Leckereien trug. Direkt vor meiner Nase, und ich meine wirklich DIREKT davor, eins dieser großen, schwarzen Aufkleber gegen Vögel. Nicht genug der Blindheit, nein, HINTER der Scheibe mit dem Kleber saß eine große Familie um einen GROSSEN Tisch herum, die mich alle wortlos, wahrscheinlich so verwundert wie ich sie, anstarrten. Die Gabeln noch auf halbem Weg zu den geöffneten Mündern.

Ich kapiers bis heute nicht. Was hatte ich nur vor?! Wollte ich galant über den Tisch drüber springen?? HÄÄÄ????

Die Familie hatte immerhin soviel Anstand, mich nicht sofort auszulachen wie ich es getan hätte. Sie haben sogar tapfer durchgehalten, als gleichzeitig von beiden Seiten zwei Kellner angerannt kamen um mich zu fragen, ob alles okay ist, und als ich auf einmal in hysterisches Gelächter ausgebrochen bin.

Meine Mom übrigens genauso, als ich später ihr gegenüber saß. Nur klang es ein wenig nasal.

Glasfehlsichtbarkeit ist eine vererbbare Sache, und kann gar nicht ernst genug genommen werden. Glasfehlsichtige Kinder müssen schon in frühen Jahren Sticheleien von anderen Kindern ertragen und Schneidezähne einbüßen. In späteren Jahren kann sich eine wahre Glasphobie entwickeln, und glauben sie ja nicht, dass bunte Aufkleber helfen.

Was haben wir heute also gelernt? 1. Alle Dinge fallen nach unten, auch Teller. 2. Materie ist fest und hart, auch wenn man sie nicht gleich sieht. 3. Rauchen schadet der Gesundheit und der Reinheit Ihrer Scheiben.

Kapiert? Gut, ich fliege heute nämlich eine Woche nach Berlin, und ich hätte Angst um sie, wenn sie sich diese Lehrsätze nicht vergegenwärtigt hätten. Sie helfen zwar nicht (siehe: moi), aber sie erklären vieles.

Ich wünsche allen noch eine angenehme Woche, und macht euch auf ein paar lustige Anekdoten aus Berlin gefasst! Bei meinem letzten Urlaub ins wunderbare Florenz bin ich zwei Mal gegen Glas gestossen, also versprechen die nächsten 7 Tage spannend zu werden! Ich werde in einigen Musen herumlatschen, in denen wertvolles Zeug steht.

Ohren steif halten und auf Glas achten!

Domi

Was dich nicht umbringt, härtet dich ab!

Donnerstag, 10. Juli 2008

…oder zumindest meinen Kopf.

Ganz richtig, es geht weiter mit den Zusammenstößen meines zarten Körpers mit der rauhen Wirklichkeit.

Nachdem Urknall flogen die Teilchen im leeren Raum herum, unter unvorstellbaren Temperaturen, bis sie (zufällig?) zusammenprallten und zu neuen Teilchen zusammenschmolzen, oder andere Fragmente abstiessen. Langsam aber sicher bildeten sich so die ersten Elementarteilchen, aus den Elementarteilchen die ersten Elemente, aus den Elementen die ersten Massen, die fröhlich weiter aufeinanderprallten. Oft.

Ein paar Jährchen nach meinem Urknallerlebnis lernte ich die zweite Regel des Domiversums kennen: Materie ist hart. (–> 1. alle Dinge fallen nach unten; 2. Materie ist hart)

Folgende Situation: Klein Domi sitzt mit ihren roten Bauklötzchen (oder, wie die große Nici jetzt sagen würde: “Blaukrötzchen”) im Wohnzimmer am Tisch. Dem Tisch aus Glas, dem einzigen Wesen auf der Welt, dem das zweite Gesetz nichts ausmacht. Trotz Naturkatastrophen wie meiner Mutter und mir überlebte er noch jeden Anschlag. Das sollte Klein-Domi noch zum Verhängnis werden, denn als sie da saß und friedlich spielte, sah sie durch die transparente Masse des Tisches einen schönen, roten Blaukrotz am Boden liegen.

Damals war ich noch so naiv und dachte, alles um muss seine Ordnung haben. Habt Nachsicht, ich war noch sehr jung.

Tatendurstig bückte ich mich und lernte.

Materie ist fest. Selbst wenn sie durchsichtig ist.

Eine Milisekunde später fehlte mir ein Teil meines rechten Milchschneidezahn, und irgendwie fühlte mein Zahnfleisch sich komisch an.

Alle Dinge fallen nach unten. Mein Zahnfragment auch, aber nicht, wie man nun annehmen könnte, auf den Tisch, auch nicht neben den Bauklotz, DENN…. jetzt kommts….

Es gab gar keinen roten Bauklotz auf dem Boden.

1. Alle Dinge fallen nach unten. 2. Materie ist fest.

Immerhin hatte ich nicht schon wieder eine Gehirnerschütterung, nur einen kaputten Eckzahn und das Vertrauen in die Wirklichkeit verloren. “Boden” hat Persönlichkeit; er verarscht mich gerne.

Die zweite Gehirnerschütterung liess allerdings auch nicht lange auf sich warten, denn eines schönen Tages im Winter fuhren meine Großeltern mit mir und meinem Bruderherz zum Mummelsee. Wer kennt den Mummelsee? Niemand? Joa, muss man auch nicht unbedingt kennen. Ist ein kleiner hübscher See im Schwarzwald, zu dem wir früher relativ oft fuhren. Nur einmal im Winter, und ich rate jedem, das nicht zu ändern. Im Winter, wenns richtig kalt ist, friert der See nämlich zu.

Mit meinen höchstens 8 Jahren war das das erste Mal, dass ich soetwas sah. Besser noch, ich konnte sogar darauf herumtrampeln!!! Das Eis war so dick, dass schon sehr viele Menschen darauf herumstiefelten, und so konnten es auch mein Bruder und ich uns nicht verkneifen.

Ich bin mir sicher, ich wäre eine ungeheur talentierte Eisprinzessin geworden. Mit flachen Schuhen rutschte ich mehr, als das ich lief, aber das war okay. Das war toll! Ich beschleunigte, ich drehte Pirouetten, ich sprang, und nichts passierte.

Bis ich es tatsächlich fertig brachte auf rutschigem Eis über meine eigenen Füße zu stolpern.

Ich würde gerne sagen, ich wäre ausgerutscht, aber nein, meine Füße waren einfach im Weg, und das auch noch, als ich ordentlichen Schwung drauf hatte. Bis heute weiss ich nicht, wieso ich nicht versucht habe, mich irgendwie abzufangen, oder wie ich es eigentlich hingekriegt habe, mit dem KOPF ZUERST aufzuprallen, aber Tatsache ist, DASS ich es geschafft habe.

Mindestens 20 cm dickes Eis, ein lautes BANG, und erstmal war alles schwarz. Erinnert an den Urknall, nicht war? nun, es gibt ja Theorien, die besagen, dass das Universum sich ausdehnt, um sich wieder zusammenzuziehen, bis es ein einziger Punkt voll von unbeschreiblichen Kräften und Energien ist, die schliesslich wieder Boum machen. Ein zweiter Urknall. Könnte stimmen, vielleicht war dieser Moment auch der Einschlag von etwas sehr hartem auf der Erde, der alles Leben auslöschte. Es fühlte sich zumindest so an, und danach war auch erstmal alles dunkel, durcheinander, und schmeckte pelzig.

Zittrig stütze ich mich auf, und betrachtete erst einmal die feinen Risse im Eis. Ganz recht: RISSE IM EIS. Es wird nicht so melodramatisch, dass das Eis brach, aber…. hey kommt schon, überlegt mal, was für eine Wucht ich hatte!

Keine Nanosekunde später explodierte mein Schädel, meine Opa musste mich heulendes Wrack mit einem Schlitten vom Eis ziehen, meine Brille war kaputt, und ich hatte die nächsten 2 Tage zwei schicke, schwarze Ringe um die Augen! Yeha!

Danach kickte die Evolution ein. Ich lernte, mir den Kopf aufrecht gehend anzuschlagen. Das war ein großer Meilenstein in meinem Leben. Womit ich allerdings immer Probleme hatte, war, Glas als Glas zu erkennen.

Davon aber nächstes Mal. Dann reden wir von Erdrotation und Bruch Mondlandungen!

Der Urknall

Dienstag, 08. Juli 2008

Ja, es wird wichtig.

Nachdem ich mich mit mir selbst beraten habe, wurde beschlossen, dass ich mit meinen Drehbuchseiten beginnen sollte, und zwar in der richtigen chronologischen Reihenfolge (wobei ich der Meinung bin, Zeit ist eine Illuison. Besonders die Mittagszeit (–>PAddG)).

Mein Leben ist eine Sitcom, aber das war es nicht immer. Der Sitcomcharacter hat sich erst herauskristallisiert, aus einer viel viel schmerzvolleren RealityTV-Idee: JACKASS.

Johnny Knoxville muss mich gekannt haben, als ich mich noch nicht einmal selbst kannte, denn ich weiss haargenau, dass er sonst NIE auf seine Ideen gekommen wäre.

Ich spreche von Einkaufswägen, ich spreche von Massenunterhaltung in Supermärkten!

Wir alle kennen Einkaufswägen. Diese unkontrollierbaren Eisengittergestalten, die die praktische Funktion haben, unser gelagertes Einzukaufendes in das nächste Regal zu fahren. Nicht nur Konserven nehmen sie uns ab, sondern auch unsre Kleinkinder und Babys. Richtig, ich meine diese unbequemen ausklappbaren Kleinkindersitze, bei denen Kind die Beine durch zwei Löcher stecken muss, und dann hilflos der Willkür seiner Mutter und/oder des Einkaufwagens ausgeliefert ist.

Hilflos?Ha!                                                                                                                                                         Ein Kind schaffte es einst, sich aus dem stählernen Gefängnis zu befreien!!

Folgendes passierte: Ich und meine Mutter, in Fachkreisen auch das dynamische Duo genannt, waren einkaufen. Klein-Domi war vielleicht zarte 2 Jahre alt, und wurde daher in besagten Kindersitz gezwängt. Während mein Muttertier sich nun gewissenhaft an das Heraussortieren von Gammelfleisch machte, vergas sie die Zeit, und Klein-Domi -immerschon sehr an Essbarem interessiert- schaute sich mit großen Kulleraugen um. Ihre Augen müssen irgendetwas extrem interessantes gefunden haben, was sie unbedingt haben wollte.

Kameracut zu meiner Mutter. es macht “BAAAAANG!!!!!!”. Mutter dreht sich geschockt um, und muss mitansehen, wie ihre Tochter, brilliante Trägerin all ihrer Hoffnungen und Genie schon im Kindesalter, schreiend und heulend auf dem HARTEN Supermarktboden liegt.

Irgendwie (ich sag ja ich bin allmächtig) habe ich es geschafft, aus diesem Sitz herauszukommen, und gleichzeitig aus dem Einkaufswagen zu fallen. Mit einem galanten Köpfer, übrigens.

Erschrocken eilte meine Mutter herbei, und musste mit Schaudern feststellen, wie eine groooße, Tischtennisballvoluminöse pechschwarze Beule die Stirn ihrer Tochter zierte, und, selbstlos und das Gammelfleisch vergessend, mit mir zu unserem Arzt sprintete.

Ich bin mir ganz ganz sicher, dass DAS der entscheidende Augenblick war! Nun musste meiner Mutter klar werden, dass Tolpatschigkeit vererbbar war! Nun hatte Domi erste Erfahrungen mit der Schwerkraft gemacht und ihre beiden Todfeinde -Gravitation und feste Bodenmasse- kennengelernt, und nun hätte die Welt schon erfahren können, wie gefährlich Einkaufswägen eigentlich sein können!

Ich kann die Beule übrigens immernoch spüren. Rechts auf meiner Stirn. Könnte daher kommen, dass ich jahrespäter auf die selbe Stelle geknallt bin, aber das ist eine andere Geschichte, die hier im Rahmen der Astronomie-Reihe “wie das Universum entstand und warum das niemand aufgehalten hat” erzählt wird.

Schaltet also bald wieder ein, die nächste Folge wird sich um zusammenstoßende Teilchen handeln! Good night and good fight!