INCLUDE_DATA

Archiv für Oktober 2008

Sorry seems to be the hardest word.. *sing*

Montag, 27. Oktober 2008

es ist Zeit, etwas zu tun, was ich schon lange voher hätte tun sollen.

Es mag für viele von euch ein Schock sein, aber auch ich bin nicht perfekt. Auch ich habe Fehler gemacht, und nun, Umgeben von Pampa und Langeweile, bin ich bereit, diese Fehler zuzugeben, und mich sogar dafür zu entschuldigen. Und heute fange ich an bei…. Nici.

Nici, es tut mir leid, dass ich dich damals ausgelacht habe, als du in Sylt gegen den kleinen Pfosten gelaufen bist, weil du mit mir geredet hast und abgelenkt warst. Sicher war es kein schöner Moment, als der ganze Schwarm Schüler durch dich aufgehalten wurde, Herr Kutzer dich auslachte, und dir bewusst wurde, dass nur du klein genug warst, um gegen den Pfosten zu laufen.

Es tut mir auch leid, dass ich dir damals die Tür gegen den Kopf gehauen hab, du weisst schon, damals, im Bad. Ich dachte, du würdest dich verstecken um mich zu erschrecken, dabei hast du nur meine Katze gestreichelt. ich habe die Tür mit einem “HA!” aufgerissen, und es hat genau dich getroffen.

Ausserdem muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich dich damals von meinem Tisch getackelt habe. Ehrlich, ich wollte dich nur anschubsen, und nicht vom Tisch auf den Stuhl und vom Stuhl auf den Boden hauen!

Schrecklich leid tut es mir auch, dass ich dich damals so ausgelacht habe, als wir auf dem Spielplatz vor Kathis und Lauras Haus saßen, und du von den zylinderförmigen, vllt. 30cm hohen Steinen gefallen bist. Glaub mir, erst war ich geschockt, denn das sah sooo übel aus, wie du auf den größeren Stein springen wolltest und dann auf der Kante abgerutscht bist, und wie ein Brett auf die anderen Steine gefallen bist! Ich wollte dich doch sogar noch fragen, ob alles okay sei, aber dann ist das Lachen einfach so aus mir heraus- geplatzt (”Nici!! Bist du okahahahahahaha…”). Weisst du, es sah einfach so geil aus, wie ich ein ernstes Gespräch mit Kathi führe, und du im Hintergrund durch die Gegend kullerst….

und es tut mir leid, dass ich mich jetzt schon wieder totlache, und der unbekannte DRKler an dem anderen PC hinter mir ständig versucht, das hier zu lesen, um zu wissen, weswegen ich lache.

Schon immer entschuldigen wollte ich mich für den Augenblick, in dem ich dir “Hey Nici!!” rufend auf die Schulter gehauen habe, keine 20 Sekunden, nachdem du mir erzählt hattest, dass du tierischen Sonnenbrand auf den Schultern hättest.

Und für alle anderen Male, als ich mich auf deine Kosten totgelacht habe (”can I become a spaghetti bolognese, please?”), und die mir jetzt nicht einfallen. Keine Angst, ich werde sie noch aufzählen, wenn sie mir wieder kommen.

…Laura C…

Laura, ehrlich, es tut mir leid dass es mir immer noch nicht Leid tut, dass ich dir damals im Matheunterricht den Stuhl unterm Arsch weggezogen habe. Weisst du, es war so verlockend, wie ich so lang hinter dir stand, Herr Graf mich verwundert anstarrte, und ich nichts besseres zu tun hatte. Komm schon, du fandest es doch auch lustig, oder?… oder????

Ich habe ausserdem noch Schuldgefühle, weil ich dir so an die hundert Mal meinen Jackenärmel beim Anziehen mit der Reissverschlussstelle ins Gesicht gefetzt habe. Das war keine Absicht, sowas kann ich nicht steuern!

Damals, als du in Hundescheisse gehüpft bist, hätte ich nicht lachen dürfen. Bestimmt hast du dich in diesem Moment sehr verletzt gefühlt und hättest Beistand und Hilfe gebraucht.

Es war auch nicht in Ordnung, dass ich dir damals ein Bein gestellt habe, als du rückwärts gelaufen bist. Da, wo wir aus der Schule raus sind. Aber ich schwöre, ich hatte einkalkuliert, dass dich dein Rucksack abfangen würde!

..Kathi…

ich habe dir einmal im Schulsport, als wir noch keine Freunde waren, aus Versehen ein blaues Auge gehauen. Wir haben Basketball gespielt, und du warst hinter mir, als ich zum Wurf ausgeholt habe. Entschuldige bitte. Dass du am nächsten Tag Geburtstag hattest, konnte ich doch wirklich nicht wissen!!

ich würde gerne so weiter machen, aber ich schüttle mich hier vor lachen, also entschuldigung. wirklich, ich entschuldige mich bei allen, dass ich jetzt aufhören werde, aber ich verspreche, weiterzumachen!

Bis dahin schreibt mir auch ja schöne Kommentare und lange Emails, damit ich in diesem Kuhkaff namens Pfalzgrafenweiler wenigstens irgendwas zu tun habe!! BIIIITTE!!!!!! *zitter*

Eure furchtbar reumütige Domi

Ein bisschen Spass muss sein…

Montag, 13. Oktober 2008

Howdie hey!

heute ist der letzte Montagmorgen gewesen, an dem ich in dieses blöde Krankenhaus laufen musste. Der letzte Montag, an dem ich die übelgelaunten Gesichter und genervten Befehle vom Krankenhauspersonal aushalten musste. Ich stand im Bus, als ich mir diesen Gedanken auf dem Großhirn zergehen liess. Trotz der vielen hyperaktiven Grundschüler und pubertären Gymnasiasten ging es mir in diesem Moment einfach brilliant. Kaum kam ich im ersten Stock des Herrenberger Krankenhauses an, kam mir Schwester A. entgegen.

Schwester A. war eine der Pflegerinnen auf der Intensivstation. Die zwei Wochen darauf waren einfach die Hölle. Nicht immer war A. daran Schuld, im Gegenteil. Sie bescherte mir sogar eine wundervolle zweite Woche, indem sie Anrief und mit einer Giesskannenstimme “Ich bin krank” in den Hörer rotzte, und mir somit immer ein Bild ins Hirn projizierte, welches mich die üblen Stunden überstehen liess: Egal was auch kommt, es gibt doch noch Gerechtigkeit.

Wie auch immer, an diesem Morgen katapultierte ihre Gesichtsbaracke mich wieder runter ins Erdgeschoss. Mist. Hinter ihr lief aber Pfleger A., der bisher der einzige Angestellte des Krankenhauses war, der mich fragte, wie es mir denn so erging. Genauso dieses mal: Domi: “Hallihallo”; Pflegerin A: “….”; Pfleger A.: “Domi, hey!! Wie gehts dir!”

Da wurde mir klar, wie wichtig sowas ist. Das klingt jetzt absolut kitschig, aber denkt mal wirklich darüber nach: wenn man jemanden trifft, der freundlich zu einem ist, dann hilft einem das durch den ganzen Tag! Also ich persönlich brauche ab und an diese Bestätigung: Ja, es gibt noch nette Menschen auf der Welt! Leute, die einfach um der Sache Wille nett sind, ohne etwas für sich selbst herauszuschlagen. Um genau die soll es in der Kategorie “Nebenrollen und Statisten” gehen! :)

(ich hab grad aus Versehen meine Plastikwasserflasche auf dem Kopf meiner Katze abgestellt?! Oo was macht das Viech denn auch da unten??)

so, also. fangen wir an.

Meinen bisherigen Lieblingsstatisten habe ich gerade mal 2 Minuten gesehen, danach -leider!- nie wieder. Er war ein Postbote, und kennen wir die nicht alle? Meistens gestresst und genervt, bringen kaum ein “Hallo” raus, bevor sie dir gleichzeitig das Päckchen und das Gerät zum Unterschreiben in die Hände drücken. Sorry Made, sorry Beko, aber so ist es doch meistens.

Nun, bei dem Herrn Amazonas war das anders*. Es klingelte an der Tür, und ich ging ran.

Herr Amazonas hielt das Päckchen hoch und rief “Post ist da!”

Ich meinte daraufhin lächelnd: “Cool, dankeschön!”´, griff nach dem Karton, aber verfehlte: Herr Amazonas schwenkte ihn blitzschnell ausserhalb meiner Reichweite und schaute mich entrüstet an. “Wie, das wars schon?”

Verwirrt wusste ich erst nicht, was er nun von mir wollte, und wahrscheinlich konnte man das meinem Gesichtsausdruck nach nachvollziehen. Herr Amazonas zog eine Schnute und meinte “also wenn sie sich nicht freuen, dann kann ichs auch wieder mitnehmen.”

Ich verstand und lachte. “was erwarten sie denn?” - “Na, etwas mehr Freude!” - “Quietschen und Kreischen?” -”ja genau, dann wissen sies jetzt für das nächste Mal..”, aber ich wusste etwas besseres: “sollen wirs nochmal machen?”. Herr Amazonas war begeistert.

Ich schlug die Tür also wieder zu und rannte zurück in die Küche. 10 Sekunden später schrillte die Türglocke wieder, ich wartete selbst nochmal 20 Sekunden, bevor ich zur Tür rannte, sie aufriss und laut und tussig “OH MEIN GOTT!!!”, kreischte. Herr Amazonas zauberte das Päckchen mit breitem Grinsen und fröhlichen “Tadaa!!” hinter seinem Rücken hervor, ich schlug mir die Hände über den Mund und rief “na endlich!!”.

Derweil war meine Mom vom wiederholten Klingeln und meiner Präsenz alamiert worden und beobachtete das ganze Spektakel von der Treppe aus. Als ich Herrn Amazonas um den Hals fiel und er galant ein weisses Taschentuch hervorzauberte, mischte sie sich mit einem “ist sie jetzt völlig durchgeknallt?!” ein.

Lachend lösten wir uns voneinander, ich mit meinem Päckchen, er mit seinem Taschentuch und drehten uns zu ihr um. “Der nächste Schritt wären Küsschen, aber so weit sind wir noch nicht.”, antwortete Herr Amazonas schneller als ich, und dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder lachend und winkend von einander. Das Ganze hatte vielleicht 2 Minuten, höchstens, gedauert.

Der Tag war danach einfach gerettet- sowas hebt die Stimmung eben zum Höhepunkt. Es ist doch schön zu wissen, dass man Spass mit Wildfremden haben kann, und man muss nicht mehr tun als miteinander zu reden und Emotion zu zeigen. So wenig reicht schon, um zwei Menschen den Alltag zu verschönen- ist das nicht super??

Also Leute, die Moral von der Geschicht ist: Freundlichkeit und Herzlichkeit machen sich bezahlt. Vielleicht nicht mit Geld, aber mit Spass, und man kann danach tolle Storys erzählen!! :)

und nun geht hinaus in die Welt und verbreitet Freude, meine Jünger…

——————-

* nein, ich weiss nicht, wie er hiess. Aber ich habe bei einem bestimmten Internetportal ein Päckchen bestellt, und danach hab ich ihn benannt. Ich wollte aber keine Schleichwerbung machen, darum heisst er Herr Amazonas.

Krankenhäuser schaden der Gesundheit. Echt jetzt.

Dienstag, 07. Oktober 2008

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier nichts über meine Rettungssanitäter- Ausbildung für mein FSJ zu schreiben. Nach den geilsten 3 Wochen auf dem Rettungswagen mit Blaulicht und Lalülala kam der große Absturz: 4 Wochen Krankenhauspraktikum. Davon 2 auf der Intensiv und 2 im OP, mit Schwerpunkt auf der Anästhesie. ich wollte nichts darüber schreiben, weil mich jetzt schon ankotzt, dass mein Leben sich nur noch um das Gesungsheitswesen dreht: morgens aufstehen, 1 1/2 h ins Krankenhaus fahren, 8 h und 30 Minuten darin verbringen, wieder heimfahren, und zuhause am PC Berichte über Herzarrhythmien und gynäkoligische Notfälle schreiben. ARRRRGH! Nicht mal Nachts hat man seine Ruhe- seit mind. 1 Monat habe ich in jedem Traum mein Dienstoutfit an.

Also, dachte ich, schreibst du wenigstens in deinem Blog mal von was anderem. Denkfehler: es passiert aber nichts anderes!

Bis gestern.

Gestern is was passiert. Auch wenn es im OP Saal war und mit Gesundheit zu tun hat, egal. Mir ist mal wieder die Frage gekommen: WARUM KANN BEI MIR EIGENTLICH NICHTS NORMAL ABLAUFEN????

Gestern war mein erster Tag im OP- Bereich. Kaum dass ich angekommen war, wurde ich schon in meine Dienstkleidung geschleust und in den OP geschoben. Dort sollte einem Patient der Daumen aufgeschnitten werden …. laaaaaaangweilig!

Ich meine, hallo??? Es wäre so einfach:

1. Weib im OP.

2. Weib sieht den ersten Schnitt.

3. Weib kippt um.

Das ist DAS Klischee schlechthin, und ich hab Schritt 2 verpasst! Ich kann im Leben auch nichts Normales machen.

Da steh ich ganze 5 MInuten im OP, und auf einmal krieg ich solche Unterleinsschmerzen, dass mein Kreislauf sich “Nöö, mag nich mehr” denkt und schlapp macht. Hätte mich eine OP Schwester nicht rechtzeitig aus dem Saal geschoben, hätt ich bestimmt eine nette Beule von den Fliessen behalten. Aber nein, so bin ich nur vor dem OP umgekippt, habe DEN Ärzteseriensatz überhaupt gehört (”sie ist ganz kaltschweissig, und Blutdruck hat sie auch fast keinen mehr.”), und weiss endlich was die Leute meinen, wenn sie sagen dass ihnen schwarz vor Augen wird. Ohne scheiss, das war furchtbar! oO Mir ist sowas noch nie passiert, weder aus Schmerzen noch aus Angst noch aus sonst was. Es ist widerlich, seinen Körper einfach nicht mehr unter Kontrolle zu haben, und die Reize, die auf einen einströmen, nicht mehr deuten zu können (ich bin z.B. ganz wie im Kino die Wand im WC runtergeglitten, aber ich hab erst später gecheckt, dass die Kälte am Rücken die Fliessen waren!!)..! Und wusstet ihr, dass einem dann alles in den Ohren rauscht, aber die Geräusche von aussen trotzdem lauter sind als normal?!

ARGH. In den nächsten 5 Minuten war ich wieder topfit. Wie peinlich.

Den Ruf hab ich weg. Domi kippt im OP um, nach 5 Minuten. Dass ich den Schnitt nicht einmal gesehen hab, glaubt mir natürlich niemand. Egal.

Dafür haben bestimmt viele von den Schwestern Geld verloren, als sie um 15 Uhr gegen mich gewettet haben. Da war eine OP, weil ein Mann einen Illeus - einen Darmverschluss - hatte. Ich guck also nichts ahnend zu, die Schwester winkt mich noch ans andere Ende des OPs, damit ich auch ja viel sehe, und auf einmal versenkt der Chuirurg seine Hände bis zu den Knöcheln im Bauch des Patienten, zieht den gesamten Dünndarm raus und klatscht ihn auf den Bauch des Patienten.

Coooooooool.

Sieht voll aus wie im Fernsehen. Und Fett, das is vielleicht eklig. Sonnenblumen gelb und körnig, und wenn man dran zupft, dann zerbröselts.

Bäh.

Ich gefragt, aber ich durfte es nicht anfassen. mist.