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..laut dem großen Douglas Adams die Antwort auf das Leben, das Universum, auf alles. Ich bin vielleicht kein SuperPC, aber auch ich habe mir heute mal wieder Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht, und bin auf ein paar faszinierende Theorien gestossen. Passt auf.
1. Was ist der Sinn des Lebens?
Ich stelle hiermit die Theorie auf, dass alles was der Mensch tut, ein Streben nach Unendlichkeit ist. Nehmen wir alle menschlichen Errungenschaften, und untersuchen sie nach ihrem Sinn und Zweck.
Die (Natur)Wissenschaften versuchen, Unklares zu erklären, Unbekanntes zu erforschen und diese Entdeckungen dem Menschen und seinem Leben zu nutze zu machen. Nehmen wir als Beispiel die Medizin: Zuerst wurde der bis dahin unerforschte Körper des Menschen erforscht, seine Schwächen analysiert und schliesslich nach Heilmethoden geforscht. Dies alles, um dem Menschen ein langes Leben zu ermöglichen. Das ist ein Streben nach Unendlichkeit.
Unendlichkeit bedeutet ein Übertreten des menschlichen Denkens, der körperlichen wie auch psychischen Grenzen. Der Unzulänglichkeit, die uns durch unseren Tod ständig vor Augen geführt wird. Der Mensch ist nicht perfekt, er hat nur eine winzige Zeitspanne in der er lebt, und diese versucht er mit Sinn auszufüllen, weil er den Gedanken nicht erträgt, umsonst zu existieren.
Schon immer wurde versucht, dem Leben einen Sinn über das Leben hinaus zu geben. Religionen jeder Art sind ein Sinnbild der Transzendenz, die Jenseitsvorstellungen an die wir uns klammern sind Zeugnis der Angst vor dem großen Unbekannten.
Trotz Religionen und Philosophien ist dem Menschen ein mögliches, bloßes seelisches Überleben nicht genug, wir sind eben nicht nur geistige sondern auch körperliche Wesen. Auch wenn Jesus auferstanden ist, müssen wir mit dem Tod zurechtkommen. Aus Unzufriedenheit mit religiösen Erklärungen wenden sich Menschen an Wissenschaften, und finden eine neue Sparte, in der sie versuchen können, das Absolute -vorher Gott- zu verstehen: Das All, die Astronomie.
Astronomie ist nichts anderes als der Vorstoss der Menschheit ins Unbekannte. Mit jedem Meter, den unsere Teleskope weiter in den Raum sehen, eignen wir uns mehr Erkenntnis über unseren Ursprung an, und das Wissen um das “Woher” ermöglicht uns eventuell die Antwort auf das “Wozu”.
Philosophie, Religion und Wissenschaften (Technik mit inbegriffen, dazu komme ich gleich) sind voneinander abhängig. So war Gott immer allmächtig und absolut, solange das geozentrische (/ptolemäische) Weltbild galt: Der Mensch als Gottes Schöpfung in der Mitte. Im Barock bewies Galilei auf einmal die kopernikanische Theorie, dass die Erde sich um die Sonne drehte, also nicht der Mittelpunkt des Universum sein kann, und promt begannen die Zweifel sich in der Philosophie niederzuschlagen: Die Zeit der Metaphysik war vorbei, mit Descartes fing die moderne Philosophie an: Gott erklärt nicht mehr alles.
Um auf den Anfangsgedanken zurückzukommen: ist das nicht alles ein einzigartiges Streben nach Unendlichkeit?? Egal was wir tun, wir sehnen uns nach einem Dasein ohne Ende, der Tod macht uns Angst, und der Gedanke, dass wenigstens etwas von uns überlebt, ist immerhin ein kleiner Trost.
Der Sinn des Lebens ist also eventuell und nur vielleicht das Erreichen von Unendlichkeit.
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2. Wie kann der Mensch Unendlichkeit erreichen?
Eine weitere Errungenschaft des Menschen entwickelt sich mit diesen Disziplinen stets mit: die Kunst.
In erster Linie scheint Kunst nicht viel zu bedeuten, aber wenn man es sich mal genau überlegt, kann man nicht anders, als die Wichtigkeit dieses Phänomens anzuerkennen: Aus Kunst ziehen wir keinen sofortigen Nutzen!!
Es gibt nur drei Dinge, die der Mensch seit er existiert eigenständig erschaffen kann: weitere Menschen, Technik, und Kunst. das Kinderkriegen sichert das Weiterbestehen unserer Art (Streben nach Unendlichkeit!), und Technik ist immer im Rahmen des Nutzen entstanden, aber an Kunst sucht man vergeblich einen praktischen Nutzen.
Trotzdem ist sie da, und zwar schon von Anfang an. ich denke an die Höhlenzeichnungen von Lasceaux, den ältesten Zeugnissen menschlichen Lebens überhaupt. MIt Kunst meine ich Kunst überhaupt, nicht nur die bildnerische, sondern auch Musik und Literatur.
Exkurs in eine andere Frage: was ist Kunst? Kunst ist alles, was unsere Hände und unser Geist schaffen kann, was Reaktionen hervorruft. Ich weiss, darüber kann man ewig streiten, aber belassen wir es einfach mal dabei, okay?
Das beantwortet natürlich nicht die Frage, warum wir Kunst ausüben. Sie hält uns nicht warm in der Nacht, wir können sie unter Wasser nicht atmen und früher vergiftete man sich auch noch, wenn man gelbe Farbe as. Nein, Kunst hat keinen simplen praktischen Nutzen, aber einen viel komplizierteren.
Ich behaupte, dass Kunst das Vollkommenste ist, was der Mensch hervorbringen kann. Menschen haben schon immer versucht, durch Kunst etwas darzustellen, und zwar am besten sich selbst. Durch sie sind wir in der Lage, ein Bild von uns und unserer Kultur für die Nachwelt, für die Ewigkeit zu erstellen, ein Zeugnis unserer Existenz. Schon immer wurden Schriftstücke, Bilder und Musik komponiert, gemalt und geschrieben.
Kunst hilft uns ausserdem, mit dem Hier und Jetzt fertig zu werden. Fluchtpunktperspektive lässt uns uns die Illusion glauben, dass sich zwei Parallelen, die doch eigentlich niemals im Unendlichen auf einander treffen können, doch noch an einem ganz bestimmten Punkt treffen. Wenn Picasso einen Menschen in Kreisen und Quadern darstellt, ist dass die Antwort auf die heillose Abstraktion, in der sich die Quantenphsyik gerade befindet. Ein Versuch, den Menschen durch geometrische Formen aus dem Zufall zu zwingen. Nur sie hilft uns, das Theoretische und Abstrakte in die physische Welt zu transportieren.
Vor allem aber überdauert uns Kunst. Ein kleiner Zeitstrahl:
Die Antike: hier setzte nach allgemeiner Annahme das erste philosophische Denken ein. Aristoteles, Platon, Sokrates. Erste wissenschaftliche Anfänge traten auf die Bühne: Euklid und Thales, Pythagoras. Und die schönsten Skulpturen, die allesamt nur Menschen darstellten, wurden erschaffen. Die Venus von Milo zum Beispiel.
Das Mittelalter: Gott ist die Erklärung für alles und jeden. Thomas von Aquin und Anselm von Canterbury arbeiten ihre Gottesbeweise aus. Gleichzeitig beginnen Mediziner die Paracelsus den Menschen am Leben zu erhalten, und Hyronimus Bosch malt kirchliche Bilder.
Die Renaissance: Der Humanismus bringt eine allgemeine Optimismuswelle mit sich: der Mensch ist etwas Wert! Der Mensch ist die vollkommendste Schöpfung Gottes, und darum besonders. Auf einmal werden Menschen wieder nackt dargstellt, untersucht, Leonardo da Vinci und Michelangelo, und der Buchdruck.
Das Barock: Diie große Wende: die Erde dreht sich um die Sonne. Wir sind nicht Mittelpunkt von allem, und wer nicht im Mittelpunkt steht, ist nicht ultimativ. Descartes versucht es mit “ich denke, also bin ich”, ein Mensch kann auch ohne Gottes volle Aufmerksamkeit sein, und die Kunst will mit Carpe Diem und Memento Mori ein menschenwürdiges Dasein.
Moderne: Kaum mehr ein Mensch versteht noch wirklich, was die Wissenschaft da eigentlich tut. Quantenphysik und Astrophysik, und wer hat eigentlich wirklich die Relativitätstheorie verstanden? Picasso und Dali werden Vorreiter des Abstrakten, des Irrealen, und Camus und Sartre beginnen, das Leben als absurd anzunehmen.
Worauf will ich eigentlich hinaus?? Ja genau, Kunst war immer da!! Zeitgleich mit dem bloßen Theoretischem (Philosophie) und dem Praktischem (Wissenschaft), vereint sie Gedankengut und Fassbares in einem. Sie macht es möglich, unsere zeitgenössischen Ansichten und Ideen festzuhalten und zu überdauern.
Kunst ist nichts anderes, als ein großes “HALLO, HIER BIN ICH! DAS HIER WAR ICH!!”- Schild im langen, unendlichen Zeitstrahl des Zeitflusses.
Sie ist unsere Chance, selbst etwas Unendliches zu schaffen.
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3. Macht das überhaupt Sinn???
Wenn man eine philosophische Theorie hat, muss man sie prüfen. das macht man am Besten, in dem man ihre Sinnhaftigkeit prüft.
Macht ein Streben nach Unendlichkeit Sinn? Macht es Sinn, über das Leben hinaus existieren zu wollen?
Ich sage JA, und ich benutzte Milliarden Jahre Erdgeschichte als Argument. Seht in die tiefsten, dunkelsten Höhlen, und es gibt eklige Schleimpflanzen an den Wänden, die nichts anderes machen als sich an den kalten Stein zu saugen und vor sich hin vegetieren. In der Wüste leben winzige Tierchen, die fast ihr ganzes Leben unter einer enormen Schicht aus Sand verschlafen.
Pflanzen, die unseres Wissens nicht mal ein eigenes Bewusstsein besitzen, recken sich mit faszinierender hartnäckigkeit der Sonne entgegen. Tiere, schon eher mit einer Art Intellekt ausgestattet, geben alles, um ihre Jungen, damit das Fortbestehen ihrer Art, zu garantieren.
Ich weiss nicht warum, aber Leben will sein. Es sucht sich seinen Weg, immer und überall. Es scheint ein kollektiver Wille allen Lebendigen zu geben, dass existiert werden WILL. Solange wie möglich!
Bisher sind wir Menschen die einzigen bekannten Lebewesen, die blöderweise das Privileg besitzen, nach dem Warum zu fragen.
Vielleicht ist die eine große Frage nicht die Frage nach dem Sinn des Lebens. Vielleicht ist es noch einfacher, noch abstrakter: Warum Leben?
(und wehe einer kommt jetzt mit 42!)
—-
puhhhh. eure Meinung hierzu interessieren mich jetzt wirklich. Fandet ihr das verständlich? sinnvoll? Stimmt ihr überein oder habe ich was vergessen? Fehler gemacht? Heiratsanträge oder Todesurteile?
Ich kann eure Köpfe rauchen sehen!^^
Domi
24. Juli 2008 um 22:31
Im Fieberwahn (Erkältung) kann ich bei jedem Absatz nur nicken. Vielleicht bekomme ich an einem anderen Tag ein kritischeres Kommentar zusammen
24. Juli 2008 um 22:40
solange du keinen heiratsantrag hinterlässt
24. Juli 2008 um 22:47
Herrlich, was für qualifizierte Kommis ich immer bekomm!! XDD
24. Juli 2008 um 23:12
Wenn der Mensch das einzige Lebewesen ist, das nach dem “warum” fragen kann… stellt sich wiederum die frage, “warum” er nach dem “warum” fragen kann und nicht einfach wie ein ‘Tier’ oder eine Pflanze vorsich hin lebt… ?
Und was ist mit kanibalistischen Tieren, die ihre eigenen Jungen fressen ?
Sind ‘Emos’ dann keine Menschen ? *duck*
24. Juli 2008 um 23:13
EDIT: ich meine im letzten Satz statt Menschen >Lebewesen<
25. Juli 2008 um 12:01
[...] erkennt zwsichen dem abschneiden eines Salat- und eines Kälberkopfs, dem Ausstechen von Kartoffel- und Schweineaugen, gehört in ene geschlossene Anstalt. Aber andererseits sind solche [...]
25. Juli 2008 um 12:35
Dem Sinn der Kunst, dass sie dem Zweck dient seinen eigenen Namen in den Holztisch der Geschichte zu schnitzen stimme ich zu. Aber ich glaube nicht, dass das die einzige Existenzberechtigung von Kunst ist.
Ich meine, wieviele “Nichtkünstler” (gemeint sind Menschen, die nicht für ihre künstlerischen Werke bekannt wurden) wurden von Kunst dazu inspiriert ein technisches Werk zu schaffen oder eine Idee zu verwirklichen. Man nehme einfach mal Jules Verne und das U-Boot, oder Da Vinci und das Flugzeug. Das setzt sich heute fort. Viele Bereiche der “bleeding-edge”-technologien wurden von der Fiktion inspiriert.
Das gilt aber nicht nur für Fiction. Um nennenswerte, neue Kunst zu machen bedarf es einer gewissen Fähigkeit der Querdenkens. Ein Beispiel:
in einem Kreativitätskurs für Ingeneure bei einem Automobilhersteller wurde gefragt: “Warum sind die Räder eurer Fahrzeuge nicht rund?”
Was für eine bescheuerte Frage, mögen alle gedacht haben, aber der Kursleiter bestand darauf, den Gedanken weiterzuverfolgen. Naja, angenommen, die Räder seien quadratisch… damit sie rollen müssten alle Straßen ein sich wiederholendes Halbkreisprofil aufweisen. Klar: jede Kante des “Rades” ist gearde, also muss das dazugehörige Stück Straße kreisförmig sein. Dann stößt man aber auf das Problem, dass dieses Straßenprofil bei Kurven unregelmäßig wird. Darauf die Ingeneure: na dann muss eben jedes “Rad” für sich selbst genommen werden. Und so ist in dem Kurs die Einzelradaufhängung entstanden.
Natürlich ist die Einzelradaufhängung schon vorher erfunden worden. Es geht hier nur um die Weise, wie kreatives Denken funktioniert.
Zu der Behauptung, dass der Meinsch sich als einziges die Frage nach dem “warum” stellt… wissen wir das? Nein. Wissen wir, dass Pflanzen keinen Intellekt haben? Nein. Wir wissen nicht einmal, ob unser Gegenüber einen Intellekt hat, oder dieser nur durch ein reflexives Verhalten simuliert wird. Oder vielleicht ist gerade dieses reflexive Verhalten alles was es es in wirklichkeit gibt, und das was wir “Intellekt” nennen ist einfach nur eine Einbildung. Da stößt man an die Metaphysik, ein Bereich von dem meines Wissens keiner wieder gesund zurückgeommen ist. Eine unlösbare Frage, zumindest solange die Wissenschaft keinen Weg zum Gedankenlesen gefunden hat. Und selbst dann…
Zum Thema “Unendlichkeit, Leben und Tod” ein Filmtip: “The Fountain” von Darren Aronofsky.
Liefert zwar keine Antworten, lässt aber einen gewissen Intepretationsraum und ist einer der Filme, die ich als besonders inspirierend empfunde habe