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Kugelschreibertheorien- Klappe die zweite

Montag, 28. Juli 2008

Es hat ein wenig gedauert, aber Qualität braucht eben ihren Preis. Euer sehnsüchtiges Warten hat ein Ende, heute erkläre ich euch, welche verheerenden Schaden Kugelschreiber schon in unserer Welt angerichtet haben, was es mit Atlantis wirklich auf sich hatte, und warum die Dodos ausgestorben sind.

In unserer ersten abgedrehten Szene habe ich euch ja erklärt, dass Kugelschreiber ihr eigenes Universum, das Kuliversum, besitzen, aus dem Wurmlöcher und Dimensionstore sie oft in unsere Läden schmuggeln. Nun gab es aber nicht immer schon Läden. Dafür gab es mal Atlantis!

Atlantis. Zumindest den Begriff haben alle schon einmal gehört. Atlantis- die legendäre, mächtige Insel im Mittelmeer, die fast ganz Europa unterworfen haben sollte…. mit Kugelschreibern. Jawoll.

Die Bewohner Atlantis’- ich persönlich nenne sie Atlanten- waren vielleicht nicht die ersten Menschen, die je einen Kugelschreiber sahen, aber zumindest waren sie die ersten, die ihr Potenzial auszuschöpfen wussten. Mit diesen wunderlichen Stiften gelang es ihnen, sämtlichen Herrschern Europas über Nacht lustige Bärte, Herzchen und “stuuuuupid!”- Schriftuzüge ins Gesicht zu kritzeln, die diesen auf ewig den Respekt ihres Volkes entzogen. MIt den damaligen (nicht vorhandenen) Hygienemitteln, musste man jahrelang warten, bis die lästige Kriegsbemalung endlich von der Haut verschwand, und viele Jahre dauerte damals eben noch kein Leben.

Die Atlanten nutzten ihre Kugelschreiber weise. Sie sammelten sie, bis sie ein riesiges Arsenal voll hatten, ja, bis jeder Atlant selbst mindestens einen besaß- so konnte man sich sicher sein, nicht selbst Opfer einer Attacke zu werdem.

Aber eigentlich ist dies nicht der Hauptzweck des Kullis. Denn wofür braucht man Kugelschreiber wirklich? Genau, zum Klicken.

Um sich bei Laune zu halten (immerhin hatten alle potenzielle Killerwaffen in der Hand, alle Macht über Europa und damit Langeweile!) veranstalteten die Atlanten die ersten olympiareifen Festspiele: Das Kugelschreiberwettklicken. Gesucht wurde der Atlant, der am schnellsten und am ausdauerndsten Klicken konnte.

Man stelle sich das Geräusch von Millionen gleichzeitig klickender Kugelschreibern vor.

Tragischerweise konnte niemals ein Gewinner festgestellt werden, denn der Tag des Kugelschreiberwettklickens war auch der Tag, an dem Atlantis untergehen sollte.

Zufällig entspricht das Geräusch von Millionen gleichzeitig klickender Kugelschreiber haargenau dem Geräusch, welches paarungswillige Dodoweibchen von sich geben!

Als Resultat machte sich also eine riesige Schar dieser indischen Vögel auf die Reise- da sie nicht fliegen konnten, liefen, schwammen und kletterten sie. (Es konnte sich übrigens nur um Männchen gehandelt haben. Ein männlicher Paarungsruf hätte bei Weibchen niemals so eine Massenhysterie ausgelöst, ausserdem wäre denen garantiert das Wasser zu kalt gewesen)

Atlantis war auch nur eine Insel, freischwimmend, sowieso schon übervölkert und-fordert von Millionen Menschen mit Millionen Kugelschreibern… die angeschwemmte Dodomasse war einfach zu viel. Sang und klanglos (aber mit wohltönendem Klicken) versank die Insel endgültig im Meer.

Die armen Dodos waren natürlich von der Anreise geschwächt. Sie konnten nicht mehr schwimmen, fliegen sowieso nicht, und die meisten waren wohl auch schon länger von Kugelschreibern aufgespießt oder erstickt worden- auf alle Fälle gingen sie mit unter.

Im Endeffekt dieses traurigen Ereignisses starben die Dodos ganz aus. Missmutig wartend (”von wegen “nur schnell Zigaretten holen!”") krepierten die Weibchen, und nicht einmal die Skelette ihrer männlchen Gefährten konnten jemals am Meeresboden geborgen werden… die Wurmlöcher des Kuliversum saugten ihre Angehörigen sowie Knochen- und Federreste gnadenlos auf.

Es ist eine Tragödie riesigen Ausmaßes, und im dritten Abschnitt der Kugelschreibertheorie werde ich euch näher bringen, warum diese Tragödie auch noch heute besteht.